Zur Entwicklung des Sisslerfelds wurden diverse Projekte durchgeführt oder stehen in der Zukunft an. Auf dieser Seite werden diese Projekte genauer erläutert.
Damit die Gebietsentwicklung gut kommt, braucht es Spielregeln für die Gebietsentwicklung. Die Testplanung hat Empfehlungen gemacht, worauf bei der Gebietsentwicklung zu achten ist. Diese wurden mit dem regionalen Sachplan (rSP) in einen behördenverbindlichen Plan überführt. Der rSP hält die Spielregeln fest, nach denen die Gemeinden Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein das Sisslerfeld entwickeln wollen. Darin werden konkrete Ziele in den Themen «Landschaft», «Nutzung», «Mobilität» und «Versorgung und Nachhaltigkeit» und konkrete Handlungsaufträge für die folgende Phase der Umsetzung formuliert. So werden beispielsweise zur Südspange die Zuständigkeiten und die Termine für die Umsetzungsplanung festgelegt und dieser Handlungsauftrag mit anderen Aufträgen koordiniert. Das Ziel des Sachplans ist es, die Umsetzung der Gebietsentwicklung voranzubringen und die Verantwortlichkeiten sowie die Prioritäten festzulegen. Der rSP wurde im Januar 2025 vom Regierungsrat des Kantons Aargau genehmigt. Zuvor haben die vier Gemeinderäte der Gemeinden Eiken, Münchwilen AG, Sisseln und Stein AG den rSP beschlossen. Ausführlich vorgestellt wurde der regionale Sachplan in der Broschüre "Perspektive Sisslerfeld":
Der regionale Sachplan (gemäss § 12a BauG) bietet den vier Standortgemeinden des Sisslerfelds die Möglichkeit, überkommunale und regionale Fragestellungen zu erfassen, abzustimmen und die notwendigen Massnahmen behördenverbindlich festzulegen. Grundsätzlich steht zur gemeindeübergreifenden Abstimmung der kantonale Richtplan zur Verfügung. Jedoch weist dieser für das Gebiet Sisslerfeld ein zu grobes Raster auf. Der regionale Sachplan kann als ergänzendes Instrument des kantonalen Richtplans angesehen werden, das den kantonalen Richtplan im Gebiet Sisslerfeld präzisiert und die notwendigen Verfahrensschritte stufengerecht behandelt. Dementsprechend kann der regionale Sachplan unterschiedliche Themen enthalten, bspw. Massnahmen der Agglomerationsprogramme (z.B. Langsamverkehr), wirtschaftliche Entwicklungsgebiete (z.B. Festlegung von Industrie- und Gewerbeschwerpunkten), Verkehrsmassnahmen, Freizeitanlagen, Naherholungsgebiete, etc.
Ausschnitte regionaler Sachplan
Neben den Spielregeln für die Gemeinden im regionalen Sachplan (siehe oben), geht es nun um die Spielregeln für die Grundeigentümer: Sie werden rechtlich verankert in der Bau- und Nutzungsordnung jeder Gemeinde, in verschiedenen Paragrafen für die «Arbeitszone Sisslerfeld».
Die vier Gemeinden haben Fachpersonen beauftragt, die prüfen, welche Spielregeln erarbeitet werden sollen und geben Empfehlungen ab zu den Themen Landschaft/Freiraum/Klima, Bebauung/Ortsbau/Hochhäuser sowie Verkehr/Drehscheiben. Es werden wichtige Kennzahlen geprüft, unter anderem zu Grünflächen in den Arealen, der Erschliessung, der Gebäudehöhe, den Baulinien entlang der Strassen oder der Fassaden- und Dachbegrünung. Sie werden in einem «Richtkonzept» festgehalten. Daraus entwickeln die Gemeinden die Spielregeln für ihre Bau- und Nutzungsordnungen, die sogenannten «Mustervorschriften». Diese werden dann in Form einer Teilrevision der BNO in jeder Gemeinde an den Gemeindeversammlungen beschlossen.
Mit dem Richtkonzept erfolgt eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Ideen und Vorstellungen zur baulichen Entwicklung aus dem regionalen Sachplan. Ziel des Richtkonzeptes ist es, realistische und zielführende Lösungsansätze aufzuzeigen und dazu angemessene Regelungshinweise zu liefern. Nach diesen sollen sich die künftigen Bauvorhaben «richten» - sie sind jedoch rechtlich unverbindlich. Im Falle der Gebietsentwicklung wurden wichtige Kennzahlen erarbeitet, unter anderem zu sinnvollen Grünflächen in den Arealen, der Erschliessung, der Gebäudehöhe, den Bauabständen entlang der Strassen oder der Fassaden- und Dachbegrünung. Basis bilden Annahmen für mögliche Überbauungen. Entsprechend wird die im Richtkonzept dargestellte Bebauungsstruktur nicht 1:1 wie dargestellt umgesetzt, sondern zeigt lediglich beispielhaft auf, wie sich das Gebiet gemäss Vorstellungen und Ideen entwickeln könnte. Das Richtkonzept wurde durch die Gemeinden erarbeitet und ist wegleitend für den Entwurf von Nutzungsbestimmungen. Für die Grundeigentümerschaften werden die sich daraus ergebenden Vorgaben erst im Rahmen der Umsetzung in die Bau- und Nutzungsordnung.
Die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) kann als "Baugesetzt" einer Gemeinde bezeichnet werden. In ihr werden die Randbedingungen zum Bauen rechtlich festgehalten wie Vorgaben zur Gebäudehöhe, Nutzung, Abstände oder Vorgaben zum Lärm etc. Sie wird in einem geregelten Verfahren erarbeitet und durch die Gemeindeversammlung beschlossen. Erst nach der Genehmigung durch die zuständige kantonale Stelle ist sie verbindlich für alle Grundeigentümerschaften, die etwas auf ihrem Grundstück bauen wollen.
Die sich aus dem Richtkonzept (siehe oben) ergebenden angemessenen Regelungshinweise sind für die Grundeigentümerschaften nicht rechtlich bindend. Damit die gewünschte qualitative Entwicklung im Sisslerfeld stattfindet, müssen die wichtigsten Regelungshinweise als Vorgaben in der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) rechtlich festgehalten werden. Im Sisslerfeld sollen die Bestimmungen für die «Arbeitszone Sisslerfeld» entsprechend überarbeitet und vereinheitlicht werden. Dies ist heute bereits teilweise der Fall. Damit alle vier Gemeinden im Sisslerfeld dieselben Vorgaben in ihrer BNO zum Sisslerfeld verankert haben, werden durch die vier Gemeinden gemeinsam «Musterbestimmungen» formuliert, die dann in jede der vier kommunalen BNO in einem ordentlichen Verfahren übernommen werden sollen.
Am Forum Sisslerfeld vom 29. Oktober 2025 wurden die Spielregeln erläutert und mit den Anwesenden diskutiert.
Hier erfahren Sie mehr über die Inhalte und Diskussionspunkte am Forum.
Der Verkehr ist ein wichtiges Thema in der Entwicklung des Sisslerfelds. Dabei wird unterschieden zwischen dem Verkehr, der mit den Planungen im Sisslerfeld auch beeinflusst werden kann und dem, der auf einer höheren Ebene koordiniert werden muss. Mit einem Verkehrskonzept wird die Verkehrserzeugung im Sisslerfeld beeinflusst und an die Entwicklung angepasst. Damit sollen verschiedene Ziele umgesetzt werden: Das Sisslerfeld soll erreichbar bleiben, das Angebot für den öffentlichen Verkehr sowie für den Veloverkehr soll verbessert werden und die Ortszentren sollen als attraktive Lebensräume erhalten bleiben. Die Inhalte des Konzepts sind bereits weiterentwickelt und wurden im regionalen Sachplan (rSP) verankert. Nachfolgende Grafik stellt die Inhalte schematisch gemäss Stand 2022 dar:
Ein wichtiger Teil des Verkehrs heute macht der sogenannte Durchgangsverkehr aus. Das ist der Verkehr, der durch das Sisslerfeld fliesst, aber weder hier beginnt noch hier endet. Ein Auto, das beispielsweise von Frick durch das Sisslerfeld und Bad Säckingen in den Schwarzwald fährt, ist Durchgangsverkehr. Der Anteil des Durchgangsverkehrs ist im Sisslerfeld überdurchschnittlich hoch, da viel überregionaler Verkehr den Grenzübergang Stein-Säckingen passiert. Dieses Problem ist lokal im Sisslerfeld allerdings nicht zu lösen, sondern wird nun im Rahmen der Betrachtung des gesamten Verkehrs im Fricktal behandelt.
Künftig sollen viel mehr Arbeitnehmende nicht mehr mit dem Auto, sondern mit dem öffentlichen Verkehr und dem Velo ins Sisslerfeld kommen. Dies wird erreicht, indem die Verbindungen von den Bahnhöfen ins Sisslerfeld verbessert werden, zum Beispiel durch bessere Busverbindungen und sichere Velowege und Veloverleihdienste. Bereits heute arbeiten einige Firmen daran, dass ihre Arbeitnehmenden nicht mit dem Auto anreisen. Künftig ist das Ziel, dass 45% der Menschen mit dem Bus, mit dem Velo oder zu Fuss ins Sisslerfeld zur Arbeit gelangen (heute sind es bereits 30%). Das Verkehrskonzept zeigt auf, mit welchen Massnahmen dies erreicht wird.
Das bedeutet, dass bei allen Planungen im Sisslerfeld darauf geachtet wird, dass man heute und in Zukunft mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln gut ins Sisslerfeld gelangt. Die Verkehrsinfrastruktur wird so geplant, dass auch zukünftige Entwicklungen wie automatisiertes Fahren möglich sein werden. Wichtig ist auch, dass das Sisslerfeld für die kombinierte Mobilität optimiert wird.
Das bedeutet, dass bequem verschiedene Verkehrsmittel genutzt werden können, um von A nach B zu kommen. Beispielsweise geht man am Wohnort zu Fuss an den Bahnhof, fährt nach Stein-Säckingen und fährt dann mit dem Velo oder Trottinett weiter zum Arbeitsplatz. Mit unseren Arbeiten bereiten wir alles entsprechend vor, so gesehen sind wir auf Kurs!
Das nun erarbeitete Verkehrskonzept nennt konkrete Massnahmen. Diese umfassen den Bau einer neuen Strasse «Südspange» (siehe unten), den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, den Bau von sicheren Velowegen und die Einrichtung von sogenannten Mobilitätsdrehscheiben. An diesen befinden sich die Bushaltestellen, zentrale Parkierungen für Fahrzeuge und eine attraktive Anbindung zu Fuss zum Arbeitsplatz oder zur Freizeiteinrichtung. Zudem kann das Konzept langfristig durch weitere Projekte wie eine Fussverkehrsbrücke nach Bad Säckingen oder eine Seilbahn über den Rhein ergänzt werden. Des Weiteren werden die Ortsdurchfahrten aufgewertet und die Mobilität gezielt gesteuert (Steuerung der Parkplatznutzung, Förderung zu Alternativen zum Auto etc.).
Bereits vorhandene Elemente im Sisslerfeld sind:
Als nächstes geplante Elemente sind:
Seit Mai 2026 läuft ein dreijähriges Pilotprojekt mit PubliBike. Dabei können Velos und E-Bikes grenzüberschreitend an mehreren Stationen ausgeliehen und zurückgegeben werden. Bis Ende 2027 gibt es mit moqo einen zweiten Anbieter eines E-Bike-Verleihs. Weiter werden Lücken im Velonetz geprüft und laufend geschlossen.
Und auch das Bussystem wird an die Entwicklungen im Sisslerfeld angepasst. Die Planung des Sisslerfelds akzentuiert und beschleunigt die Entwicklung des ÖVs und des Veloverkehrs in der Region.
Die Idee ist bestechend, denn sie ist unabhängig von bestehenden Übergängen, hat eine grosse Kapazität und ist innovativ. Der Kanton hat die Idee deshalb sorgfältig geprüft. Die Untersuchung hat aber deutlich gezeigt: Die Seilbahn ist sehr teuer in Bau und Unterhalt, und da die Investition nicht etappiert umgesetzt werden kann, ist eine hohe Anfangsinvestition erforderlich. Zudem erschliesst die Seilbahn nur wenige Punkte. Die Feinerschliessung der Arbeitsplätze bliebe somit ungelöst. Ein Bussystem bietet viel mehr Flexibilität, lässt sich langfristig automatisieren und wäre selbst mit einer Fuss-, Velo- und Busbrücke über den Rhein günstiger als eine Seilbahn.
Die Verkehrsplanung bedingt eine enge Zusammenarbeit aller drei Ebenen. Für die Gemeinden des Sisslerfelds sind der regionale Sachplan und der Gesamtplan Verkehr wichtige Instrumente, für das Fricktal gibt es eine regionale Mobilitätsstrategie und für den Raum Frick-Stein-Laufenburg ein Gesamtverkehrskonzept. Bei all diesen Planungen sitzen die unterschiedlichen Beteiligten aus Gemeinden, Region und Kanton mit am Tisch. So wird sichergestellt, dass die Planungen, obwohl sie je eine unterschiedliche Flughöhe haben, alle auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten: eine massvolle Weiterentwicklung des Verkehrs.
Erstens ist das Ziel, dass nur so viel Verkehr entsteht, wie notwendig ist. Zweitens muss der Verkehr so gelenkt werden, dass eine hohe Lebensqualität gewährleistet wird. Das Ziel wurde in der Planung klar definiert: Maximal 55 % der Menschen sollen im Sisslerfeld mit Auto und Töff unterwegs sein, die restlichen 45 % mit anderen Verkehrsmitteln. Dieses Ziel wird über Spielregeln in der Bau- und Nutzungsordnung umgesetzt: Unternehmen, die sich ansiedeln, müssen Mobilitätskonzepte vorlegen. Diese sollen sicherstellen, dass die Anzahl Fahrten reduziert wird. Wichtig ist, dass diese Spielregeln für alle gelten, klar und transparent sind. Zudem müssen sie realistisch sein, so dass die gewünschte Ansiedlung attraktiv bleibt. Nur so ist die angestrebte Entwicklung von 5’000 bis 10’000 zusätzlichen Arbeitsplätzen möglich.
In allen Ortsdurchfahrten der Region sind Massnahmen vorgesehen – kurzfristige technische Eingriffe ebenso wie längerfristige Umgestaltungen. Es geht etwa um Massnahmen zur Gestaltung der Strassenräume innerorts oder um ein Verkehrsmanagement, das Stauräume ausserhalb der Ortschaften schafft, damit der Verkehr im Ortskern besser abgewickelt werden kann.
Eine neue Verbindung für Bus und Velo: Davon profitieren die Bevölkerung, die Unternehmen und auch die neue Mittelschule in Stein. Für Unternehmensansiedlungen ist es wichtig, dass bei einem Standortentscheid rasch die Umsetzung beginnt. Dafür muss unter anderem die Verkehrserschliessung sichergestellt sein, insbesondere mit dem öffentlichen Verkehr. Mit der sogenannten «Südspange» entsteht eine zusätzliche Verbindung im Sisslerfeld und die südöstliche Arbeitszone ist «bereit», wenn Unternehmen hier investieren wollen.
Schematische Grafik der Südspange, die exakte Lage ist im regionalen Sachplan festgelegt:
Im Oktober 2022 hat die Firma Bachem kommuniziert, dass im Sisslerfeld auf dem Gebiet südlich der DSM ein neuer Produktionsstandort entstehen soll. Die Realisierung einer neuen Groberschliessungsstrasse ist die Voraussetzung, dass die Firma Bachem die Produktion aufnehmen kann. Für die Groberschliessung des Gebiets ist eine kommunale Erschliessungsstrasse, die Südspange Sisslerfeld, vorgesehen. Südlich der geplanten Südspange und des neuen Standorts der Firma Bachem ist zudem die Verlegung des Freiverlads der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) von der Gemeinde Frick ins Sisslerfeld geplant. Neben der Firma Bachem soll auch der Freiverlad zukünftig über die Südspange erschlossen werden. Die Südspange soll zukünftig auch attraktive Verbindungen für den öffentlichen Verkehr und den Veloverkehr durchs Sisslerfeld ermöglichen. Für den motorisierten Individualverkehr ist die Südspange absichtlich nicht durchgängig befahrbar. Damit kann unerwünschter Ausweichverkehr vermieden werden. Für den ÖV und den Veloverkehr ist die Südspange hingegen durchgängig befahrbar und ermöglicht attraktive ÖV- und Veloverbindungen im Sisslerfeld. Davon profitiert neben den Unternehmen auch die Bevölkerung sowie die neue Mittelschule in Stein.
Bei den laufenden Bestrebungen im Rahmen der Gebietsentwicklung Sisslerfeld liegt der Fokus auf dem Thema Arbeiten. Parallel zur Gebietsentwicklung laufen in der Region diverse Projekte zum Thema Wohnen. Deshalb wurden zwei Studien in Auftrag gegeben, um die Wahrnehmung des Fricktals als Arbeits- und Wohnort herauszufinden und aufzuzeigen, wie sich die Gemeinden im Hinblick auf das Thema Wohnen entwickeln können.
Erarbeitet wurde einerseits die «Wohnstudie Fricktal». Sie untersuchte das bestehende Wohnagebot im Fricktal und am deutschen Hochrhein und zeigt Chancen und Handlungsbedarfe auf. Andererseits wurde in einer «Bedürfniserhebung» untersucht, welche Elemente die Attraktivität des Fricktals als Arbeits- und Wohnort ausmachen. Im Fokus standen einerseits Personen, die im Fricktal selber leben oder arbeiten und andererseits Menschen, die im Einzugsgebiet rund um das Fricktal zu Hause sind.
Basierend auf diesen Erkenntnissen wurde eine "Pilotstudie" durchgeführt. Darin wurden geeignete Areale für die Wohnraumentwicklung im Fricktal gesucht und vertieft untersucht. Anhand dieser konkreten Areale konnte in Gesprächen mit den Gemeinden erste Schritte definiert werden.
Alle drei Arbeiten sollen den Gemeinden des Fricktals und der ganzen Region helfen, sich als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort zu etablieren. Das bedeutet konkret, Qualitäten und Chancen ihres Wohnstandorts, den Handlungsbedarf sowie Mittel zur Wohnstandortentwicklung zu kennen. Sie dienen als Grundlage für weitere Arbeiten.
Die Wohnstudie Fricktal hat das bestehende Wohnangebot im Fricktal, heutige und künftige Wohnzielgruppen sowie Chancen und Handlungsbedarfe inklusive mögliche Massnahmen untersucht. In einem gemeinsamen Prozess mit politischen Vertretern der Gemeinden wurden bestehende Qualitäten und Angebote zu Wohnraum, Wohnumfeld und wohnnachgelagerte Nutzungen zusammengetragen. Vor dem Hintergrund von gesellschaftlichen Trends und anhand von unterschiedlichen Nachfrageprofilen wurden künftige Wohnangebote sowie Handlungsmöglichkeiten der Gemeinden für eine aktive Wohnraumentwicklung diskutiert. Die Wohnstudie kommt zu folgenden Schlussfolgerungen:
Die Studie nennt folgende übergreifenden Handlungsmöglichkeiten: Visionen, Leitbilder und räumliche Entwicklungskonzepte auf Basis von Potenzialanalysen (als strategische Ausrichtung) sowie BNO-Revisionen, Sondernutzungspläne und kommunale Richtpläne (als Umsetzungsinstrumente). Zudem sind weitere spezifische Handlungsmöglichkeiten in der Studie aufgeführt, z.B. die proaktive Zusammenarbeit mit geeigneten Kooperationspartnern wie Grundeigentümern, Wohnbauträgern und Dienstleistern.
Die Bedürfniserhebung wurde in drei Phasen durchgeführt. In einer ersten Phase wurden Interviews mit Fachpersonen, Unternehmen und Dergleichen durchgeführt. In einer zweiten Phase folgten Fokusgruppeninterviews mit Personen aus der Region (wohnhaft oder beruflich tätig). In der dritten Phase wurde eine Online-Bevölkerungsbefragung gemacht. An dieser haben über 1’000 Personen teilgenommen.
Die Erkenntnis: Die Einschätzung der Fachpersonen und das Empfinden der direktbetroffenen Bevölkerung decken sich grösstenteils. Die Einwohnerinnen und Einwohner des Fricktals sind mit ihrer Wohnsituation sehr zufrieden. Die Bevölkerungsbefragung hat sechs Schlüsselerkenntnisse gebracht:
Die Studie hat gezeigt, dass einige Fricktaler Gemeinden über geeignete Gebiete für zukunftsorientierten Wohnraum verfügen. Die Gemeinden haben nützliche Grundlagen zu Ihren Schlüsselgebieten bekommen und konnten in den Gesprächen Impulse für deren Entwicklung mitnehmen. Das Vorgehen dient als Beispiel und kann in anderen Gemeinden und Regionen für die Wohnraumentwicklung angewendet werden.
Die Erkenntnisse bekräftigen die Gemeinden, die Region und den Kanton in ihren Bestrebungen, das Sisslerfeld und die umliegenden Gemeinden als attraktiven Wirtschafts- und Arbeitsstandort zu entwickeln.
Die Wohnstudie Fricktal bringt den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in der Region wichtige Grundlagen, um die Gemeinden als attraktive Wohnorte zu etablieren. Die neue Informationsgrundlage hilft den Gemeinden, die Entwicklungen im Fricktal im Bereich Wohnen aktiv zu gestalten und mit den Entwicklungen im Sisslerfeld abzustimmen.
In mehreren Wohnstudien haben wir gemeinsam mit Fricktal Regio und den Gemeinden untersucht, ob und wie das Fricktal als Region zum Wohnen weiterentwickelt werden kann. Dabei hat sich gezeigt, dass die Menschen das Fricktal aufgrund der schönen Landschaft als attraktive Wohnregion schätzen und dass es in Zukunft mehr verschiedene Wohnangebote braucht. Wir haben geeignete Standorte für zukunftsfähige Wohnprojekte geprüft und aufgezeigt, was die Gemeinden im Fricktal tun können, damit diese Standorte fürs Wohnen entwickelt werden.
Mit der Testplanung wurde geprüft, wie die Leitsätze umgesetzt werden können. In einem anderthalb-jährigen Prozess sind aus der Testplanung acht Stossrichtungen für die weitere Gebietsentwicklung entstanden.
Die Ergebnisse und die Dokumentation der Testplanung können auf dieser Seite heruntergeladen werden:
Die Testplanung ist ein informelles Planungsinstrument, bei welchem mehrere Fachplanungs- Teams über einen Zeitraum von mehreren Monaten Lösungsansätze erarbeiten, wie sich ein Gebiet bzw. Areal in Zukunft entwickeln könnte. Die Teams bestehen aus Spezialisten aus diversen Fachgebieten – darunter unter anderem Stadtplaner, Architekten, Soziologen, Landschaftsarchitekten, Ökonomen, Verkehrsplaner, Energiespezialisten, etc. Eine Testplanung charakterisiert sich als ein gemeinsamer Lernprozess mit offenem Ausgang, wobei unterschiedlichste Akteure seitens Kanton, Region, Standortgemeinden und weiteren Stakeholdern beteiligt werden. Nach Abschluss der Testplanung haben die Teams jeweils ein «Zielbild» einer möglichen Entwicklung erarbeitet. Aus diesen Zielbildern entsteht anschliessend ein abgestimmtes und detailliert beschriebenes «Synthesezielbild», als erste Grundlage für weitere Planungsprozesse.